Wetten, dass du besser bist?

Kinder mit Pokal bei Wettbwerb auf dem Siegertreppchen

Der Beste, der Schnellste, die Schönste, die Klügste – unser Leben ist voll von Wettbewerben. Wir messen uns mit den Menschen um uns herum. Alles wird in Relation gesetzt. Doch tut uns das gut?
Unsere Kolumnistin Julia Collani hat sich für den Besser Bilden Blog Gedanken über Fluch und Segen im täglichen Wettbewerb unter Kindern und von uns allen gemacht.

Hat der Nachbar einen schöneren Garten als wir? Verdient der Bruder etwa mehr als ich? Ist die Frau dort drüben am Supermarktregal etwa attraktiver als ich, lässiger, cooler, sympathischer? Lachen die Leute ständig über die Witze des besten Freundes, schmunzeln aber bei meinen Sprüchen höchstens wohlwollend? Schafft die beste Freundin es mit links, Arbeit, Kinder, Hobby und eine tolle Partnerschaft zu erhalten, während ich schon mit der Hälfte an Aufgaben fast untergehe? Warum fährt der Kollege ein schickes Auto, während ich mich für meines auf dem Firmenparkplatz schon fast schäme?

Der tägliche Wettbewerb ist eine Grundbasis unseres Zusammenlebens, ob offen ausgetragen oder nur im Kopf. Doch was bringt das permanente Vergleichen mir persönlich? Geht es mir besser, wenn der andere neben mir schlechter dasteht als ich? Werde ich attraktiver, wenn die Frau im Supermarkt hässlich ist? Wird mein Auto schöner, wenn der Kollege eine Schrottkarre fährt? Werden meine Witze besser, wenn der Freund ein grottenschlechter Spaßvogel ist?

Objektiv messbar sicherlich nicht. Es braucht sehr viel Selbstwertgefühl, sich in allen Eigenheiten so anzunehmen, wie man ist. Mit all den persönlichen Stärken und Schwächen. Genau das schafft Zufriedenheit.

Neulich hat unsere Tochter uns zum Lachen gebracht, indem sie uns gezeigt hat, wie absurd unser Wettbewerbsdenken manchmal ist. Es war bei einem Sportwettkampf. Sie ist auf dem dritten Platz gelandet. Ganz unbewusst kam er dann doch in uns gekrochen, der Stolz auf unsere Kleine.

Doch als wir sie nach der Siegerehrung strahlend umarmen wollten, weinte sie plötzlich. „Ich will den Pokal nicht“, sagte sie. Der Trostpreis für die anderen ohne Platzierung sei nämlich so viel schöner. „Aber du bist doch Dritte geworden, deswegen hast du den tollen Pokal bekommen, das ist doch super!“ Meine Tochter schaute mich verständnislos an. „Der andere gefällt mir aber besser, den will ich haben. Ist doch völlig egal, Wievielte ich geworden bin.“

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