Eltern werden und die liebe Bürokratie

baby mit Mama und Papa

Mit der ersten Schwangerschaft treten werdende Eltern in einen neuen Lebensabschnitt. Sowieso. Wie oft hören Bald-Mamas und Bald-Papas von Paaren, die schon zur Familie geworden sind, den Satz: Es ändert sich alles, wirklich alles! Das kannst du dir vorher gar nicht richtig vorstellen! Beruhigend ist das nicht gerade, schließlich ist ja gerade noch das Vorher und man würde sich das Ganze schon gerne vorstellen können. Neben durchwachten Nächten, Stillproblemen, Baby-Blähungen und Tragetuch-Wickeltechniken liefert übrigens noch ein weiterer Bereich eine Reihe an bis dato Unvorstellbarkeiten: Die Bürokratie. Die Geburt eines Kindes ist auch die Zeit von Formularen, Aufträge, Urkunden und Kopien. Das wichtigste über Kindergeld, Elterngeld, Geburtsurkunde, Versicherungen fürs Kind und so weiter und so fort:

Geburtsurkunde

Eine Geburtsurkunde sollte innerhalb der ersten Woche nach der Geburt eines Kindes beantragt werden. Bei Entbindungen in der Klinik ist das Ganze etwas vereinfacht: Krankenhäuser mit Geburtsstationen übernehmen meist die Anmeldungen. Fragt dazu einfach das Personal. Bei Hausgeburten oder ambulanten Entbindungen lässt sich der Weg persönlich zum Standesamt nicht umgehen. Aber keine Sorge, es müssen nicht beide antanzen, es genügt, wenn der Papa des Kindes die Formulare besorgt. Ausfüllen könnt ihr die Daten von euch und eurem Kind dann in Ruhe zu Hause. Ebenso unterschreiben.

Nach Abgabe sendet dir das Standesamt dann die Geburtsurkunde in mehrfacher Ausführung (inklusive Abschriften für Krankenkasse und Elterngeldantrag) nach Hause. Das sollte nicht länger als eine Woche dauern.

Das brauchst du:

Zum Ausfüllen der Formulare benötigt ihr neben der Geburtsbescheinigung der Klinik (oder bei Hausgeburten bzw. Geburtshäusern der Hebamme), Kopien der Personalausweise beider Eltern, die Geburtsurkunden beider Eltern und vorheriger Kinder, Eheurkunde bzw. beglaubigte Abschrift aus dem Familienstammbuch, bei Unverheirateten Vaterschaftsanerkennung und eventuell Sorgeerklärung.

Schwan mit Babys

Wenn die Familie größer wird, gibt es für die Eltern einiges zu erledigen.

Kindergeld beantragen

Den Antrag auf Kindergeld müsst ihr bei der Familienkasse bzw. der Arbeitsagentur einreichen. Eine der drei Ausführungen der Geburtsurkunde ist für eben diesen Antrag bestimmt, sie sollte dir vom Standesamt zugesendet worden sein. Auf der Kopie ist vermerkt, welche Geburtsurkunde für den Kindergeld-Antrag vorgesehen ist.

Auf den Internetseiten der Agentur für Arbeit kannst du das Kindergeld und eventuelle Kinderzuschläge bequem online beantragen. Entsprechende Onlin-Formulare für den Antrag auf Kindergeld findest du hier.

Kindergeld beziehst du für jedes im eigenen Haushalt lebende Kind, das minderjährig oder noch in Ausbildung ist. Bis Dezember 2020 beträgt das Kindergeld für die ersten beiden Kinder jeweils 204 Euro, für das dritte Kind 210 Euro und für jedes weitere Kind 235 Euro. Ab Januar 2021 beträgt das Kindergeld für die ersten beiden Kinder 219 Euro, für das dritte Kind 225 Euro und für jedes weitere Kind 250 Euro.

Die Bearbeitung des Kindergeldantrags dauert in der Regel etwa vier bis sechs Wochen. Du solltest dir mit dem Antrag also nicht allzu viel Zeit lassen. Aber keine Angst, falls du in den ersten Wochen nach der Geburt andere Dinge im Kopf hast. Das Kindergeld wird bis zu sechs Monate rückwirkend ausgezahlt.

Das brauchst du:

Neben dem ausgefüllten Antrag auf Kindergeld brauchst du die Geburtsurkunde deines Kindes vom Standesamt, (bei unverheirateten Paaren Nachweis des Kindschaftsverhältnisses). Außerdem benötigst du die Steuer-ID von Mama, Papa und Kind.

Krankenversicherung fürs Kind beantragen

Für die ersten Untersuchungen ist das Baby in aller Regel über die Krankenversicherung der Mutter mitversichert. Dennoch sollte die Frage nach einer geeigneten Krankenversicherung fürs Kind nicht bis nach der Geburt gewartet werden. Es ist es anzuraten, sich bei Zeiten Gedanken darüber zu machen, wie euer Kind versichert werden soll. Am besten in etwa vier Monate vor der Geburt, denn danach steht euch der Kopf erst einmal nicht mehr nach derartigen Entscheidungen.

Grundsätzlich bestehen für jedes Kind drei Möglichkeiten: Die gesetzliche Krankenversicherung, die gesetzliche Krankenversicherung mit einer privaten Zusatzversicherung oder eine private Kinderkrankenversicherung. Die Frage, was für dich und dein Kind oder deine Kinder eine mögliche und letztlich die sinnvollste und beste Alternative ist, hängt von vielen Faktoren ab.

So folgt der Versicherungsstatur des Kindes bei unverheirateten Paaren in aller Regel dem der Mutter. Bei Eheleuten hängt es davon ab, ob Papa oder Mama mehr verdient und ob dieser Mehrverdiener mit seinem Einkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt. Bei gesetzlich versicherten Eltern können Kinder beitragsfrei in die Familienversicherung eines Elternteils mit aufgenommen werden.

Wenn das aufgrund der Versicherungen der Eltern möglich ist, ist eine beitragsfreie Familienversicherung für dein Kind natürlich grundsätzlich verlockend und auch in den meisten Fällen ratsam. Möglich ist als Ergänzung eine private Zusatzkrankenversicherung. Auch wenn du selbst vielleicht keine solche für dich abgeschlossen hast, ist es eventuell trotzdem eine Überlegung wert, dein Kind zusätzlich privat abzusichern. Denn gerade die Kindertarife sind bei privaten Zusatzkrankenversicherungen sind oft sehr günstig und das Preis-Leistungs-Verhältnis ein anderes als bei Erwachsenen.

Was übrigens ebenfalls möglich ist: Du kannst mit entsprechenden Versicherungen dein Kind auch komplett zum privat versicherten Patienten machen, ohne dabei selbst die Gesetzliche zu verlassen. Die Möglichkeiten sind sehr breit gefächtert. Es gibt sowohl Tarife ohne Selbstbehalt, als auch absolute Top-Tarife.

Kinder von Beamten haben einen sehr hohen Beihilfeanspruch. Meistens sind das – abhängig vom Dienstherrn – 80 Prozent, genauso übrigens wie für Soldaten und Polizisten mit freier Heilfürsorge. Hier ist für das Kind meist eine Privatversicherung mit Beihilfe zu empfehlen, denn günstiger sind die Vorzüge eines Privatversicherten nicht zu bekommen.

Nicht immer ist der Versicherungstarif der Eltern auch sinnvoll für die Kinder. Bei einigen Konstellationen können bei der Kinderkrankenversicherung teure Fehler gemacht werden, ohne die die Familie Geld sparen könnte. Kostenlose Tipps sowohl für gesetzlich als auch privat versicherte Eltern lassen sich online finden bei Experten für Kinderkrankenversicherungen. Achte bei der Wahl für einen Versicherungsberater in jedem Fall darauf, dass er besonders mit Kinderversicherungen Erfahrung hat und vor allem unabhängig arbeitet und von keiner Versicherungsgesellschaft näher steht als anderen. Nur dann ist auch tatsächlich Objektivität gewährleistet.

Das brauchst du:

Gesetzlich, privat oder mit Zusatzversicherung: Egal, wie ihr euch entscheidet. Auch für den Antrag auf Krankenversicherung brauchst du eine spezielle Ausfertigung der Geburtsurkunde, die dir vom Standesamt auf deinen Antrag hin zugeschickt wurde.

Elterngeld beantragen

Aktenordner

Wer Mutter oder Vater wird, kommt um ein wenig Papierkrieg und Bürokratie nicht herum.

Wirklich nur für die allerwenigsten Menschen eine Freude dürfte das Ausfüllen des Elterngeld-Antrags sein. Spätestens seit Einführung von ElterngeldPlus, Basiselterngeld und Partnerschaftsbonus blicken nur die wenigsten auf Anhieb durch diesen Bürokratie-Dschungel. Weil er einen recht großen Umfang hat und auch nicht ganz unkompliziert, widmet ihr euch dem Antrag auf Elterngeld am besten schon während der Schwangerschaft. Die Krux mit dem Elterngeld ist nämlich: Es wird nur für drei Monate rückwirkend gezahlt. Also solltest du dir nicht zu viel Zeit lassen.

Einen Anspruch auf Elterngeld hat, wer seine Kinder in dessen ersten Lebensmonaten im eigenen Haushalt selbst betreut, nicht mehr als 30 Wochenstunden arbeitet und in Deutschland lebt. Auch Auszubildende und Studierende bekommen Elterngeld. Topverdiener hingegen erhalten keine Förderung mehr: Übersteigt das Jahrespaareseinkommen 500.000 Euro (bei Alleinerziehenden 250.000 Euro) gibt’s kein Elterngeld.

Das Elterngeld lässt sich online beantragen. Macht euch intensiv Gedanken darüber, wie ihr als Elternpaar die ersten Monate eures Kindes gestalten wollt. Oft sind nicht nur rein finanzielle Fragen ausschlaggebend für die Entscheidungen, wer wann beruflich kürzer tritt, um sich ums Kind zu kümmern. Auch berufliche Zukunftsaussichten und persönliche Gründe sowie eine partnerschaftliche Aufteilung der Care-Arbeit spielen in die Überlegungen mit hinein.

Das brauchst du:

Einem Elterngeld-Antrag musst du allerhand Unterlagen beifügen. Und zwar: Die Geburtsurkunde deines Kindes natürlich (das Standesamt hat dir eine gesonderte Kopie für den Elterngeld-Antrag zugeschickt; Verdienstnachweise beider Elternteile über die 14 Monate vor der Geburt des Kindes (Vorsicht: bei Freiberuflern und Selbstständigen sind meist die letzten beiden abgeschlossenen Steuererklärungen relevant!); eine Bescheinigung der Krankenkasse und des Arbeitgebers über den Erhalt des Mutterschaftsgeldes; Kopien der Personalausweise von Mutter und Vater; Vordruck “Erklärung zum Einkommen”; Meldebescheinigungen; bei unverheirateten Paaren: Vaterschaftsanerkennung.

Weitere staatliche Hilfen wie Steuerentlastung, Mutterschutz, Elternzeit oder Kinderzuschlag

Weitere Informationen rund um staatliche Unterstützungen und Leistungen für Familien, unter anderem auch zu Steuerentlastung, Unterhalt, Mutterschutz, Elternzeit, Kinderzuschlag und Eltern-Kind-Kuren findest du im Familienportal des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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