Bildungschancen noch immer schichtabhängig

Kind steht vor Schultafel mit Doktorhut und Brille - Bildung und Bildungschancen

Bildung ist nach wie vor eine Frage des Milieus. Eine Studie des Allensbach-Instituts belegt die folgenschwere Rolle der sozialen Herkunft von Schülern. Demnach hängen die Bildungschancen von Kindern noch immer stark von der gesellschaftlichen Schicht des Elternhauses ab. Philologen und Fachverbände fordern eine bessere Aufklärung und mehr Unterstützung sozial benachteiligter Familien.

Bildungschancen und individuelle Förderung in oberen Schichten erheblich besser

Eltern wollen für ihre Kinder das Beste. Das ist nichts Neues. Aber worin dieses Beste liegt, da scheiden sich offenbar die Geister. Während die meisten bessergestellten Eltern für ihren Nachwuchs einen höheren Bildungsabschluss wünschen, strebt nur ein knappes Drittel der Eltern aus sozial schwächeren Familien für ihre Kinder das (Fach-)Abitur an.

Gute Bildungschancen und individuelle Förderung sind Eltern der oberen Schichten erheblich wichtiger als sozial schwächeren Müttern und Vätern. Groß ist die Kluft etwa in Punkten wie Leseförderung, musikalischer Bildung oder Politikinteresse. Jedoch ist die Hoffnung, dass es die Kinder einmal besser haben sollen, gerade in unteren Schichten stark verbreitet (64 Prozent). In der Skala der Erziehungsziele aller Eltern stehen Höflichkeit (89 Prozent), Verantwortungsbewusstsein (85) und Ehrlichkeit (84) ganz oben.

Studie “Was Eltern wollen”

Ein Ergebnis der im Auftrag der Vodafone-Stiftung durchgeführten Studie „Was Eltern wollen“ ist, dass sich mehr als die Hälfte der sozial benachteiligten Eltern in Fragen der Erziehung und Bildung sehr unsicher fühlen. Sie geben etwa an, nicht zu wissen, wie sie ihr Kind in der Schule unterstützen könnten.

Diese Grundhaltung scheine sich auf die Kinder und ihre Bildungschancen auszuwirken, so die Schlussfolgerung der Studie: Nur rund 40 Prozent der sozial benachteiligten Eltern geben an, dass ihr Kind in der Schule gut zurecht kommt, während gut 70 Prozent der sozial Bessergestellten dieser Meinung sind.

Diesem Umstand möchte der Deutsche Philologenverband mit intensivierter Aufklärungsarbeit begegnen. Vorsitzender Heinz-Peter Meidinger fordert, die Beratungsangebote für Eltern auszubauen: „Dafür brauchen Schulen eigene Zeitkontingente, das heißt im Endeffekt zusätzliche personelle Ressourcen.“ Nur dadurch ließen sich die Bildungschancen für Kinder aus sozial schwächeren Familien erhöhen.

Familien brauchen mehr Unterstützung

Sabine Walper vom Deutschen Jugendinstitut fordert die Politik zum Handeln auf: „Schulen und Lehrer dürfen mit dieser Aufgabe aber nicht allein gelassen werden. Es bedarf einer Koordination familien- und bildungspolitischer Initiativen, um die Zusammenarbeit von Elternhaus und Schulen weiter zu fördern.“ Auch Monika Bachmann, Vorsitzende der Jugend- und Familienministerkonferenz der Länder, ist der Meinung: „Es bleibt eine gesamtgesellschaftliche und politische Aufgabe, Eltern bei ihrem Erziehungs- und Bildungsauftrag zu begleiten und noch besser zu unterstützen.“

Details zur Studie, für die 1126 Eltern von Schulkindern befragt wurden, stehen hier.

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